EXECUTIVE THINKTANK
Der Strategie-Talk & Erfahrungsaustausch für IT-Executives
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CONNECTIVITY IM DIGITAL BUSINESS:

DIE NETZE SIND DIE BASIS FÜR JEDE DIGITALISIERUNG

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Global zu agieren wird nicht nur für Konzerne, sondern auch für KMUs zum Erfolgsfaktor im Wettbewerb – die Grundlagen dafür muss einmal mehr die IT schaffen. In der Praxis werden der globalen Welt allerdings noch Grenzen gesetzt: von limitierten Ressourcen, aufwendigem internationalen Partnermanagement oder nationalen Rahmenbedingungen, die der Connectivity mit einem virtuellen Grenzbalken begegnen.

Hier setzt T-Systems an: In globalen Allianzen will man bis 2020 weltweit den 5G-Standard etablieren und zum größten Software-Defined-WAN-Player werden. Die internationalen Synergien sollen sich in Nutzen für lokale Kunden verwandeln. Grund, um gemeinsam eine hochkarätige Runde von IT-Verantwortlichen zum Roundtable zu laden und über deren Herausforderungen durch die Globalisierung zu diskutieren.

Mit dabei: Mircea-Dan Antonescu (Unicredit Leasing), Ryszard Dyszkiewicz (VIG Vienna Insurance Group), Hannes Gutmeier (conwert Immobilien Gruppe), Claus Haiden (T-Systems Austria), Thomas Heyder (T-Systems International), Markus Kopecky (Schmid Industrieholding), Bernd Kuntze (Haas Food Equipment), Balint Ladanyi (Agfa Healthcare), Christian Pfundner (Schrack Technik) und Jacqueline Wild (Mondi). Moderiert wurde der Digital Talk von Michael Dvorak, Herausgeber und Chefredakteur des CIO GUIDE/Digital Business Manager und von Andreas Hajek, Mitherausgeber des CIO GUIDE/Digital Business Manager und Experte für Digitale Transformation.


„Ich denke, dass globale Partnermodelle gerade im Security-Bereich wertvolle Unterstützung leisten können.“

Mircea-Dan Antonescu, 
CISO Unicredit Leasing Österreich

Für die IT-Governance sind globale Partnermodelle aus meiner Sicht eine wertvolle Unterstützung und Erleichterung: Man wird von der kaufmännischen und organisatorischen Detailarbeit entkoppelt – man konzentriert sich auf die strategische Planung, gibt die Parameter vor und bekommt die Qualität, die man braucht. Da ist es natürlich ein riesiger Vorteil, dass man weltweit kaufen kann und sich selbst nicht mehr mit dem administrativen Aufwand, aber vor allem auch dem Wissen über verschiedene Landesspezifika belasten muss. Ich denke, dass große Partner auch und gerade im Security-Bereich sehr viel Vorarbeit und administrative Unterstützung leisten können – wir haben ja im Cloud-Bereich bereits gesehen, dass die Rechenzentren der Anbieter den gesetzlichen Auflagen entsprechen. Die Datenschutzgrundverordnung wird mit dem SD-WAN jedoch ein Spannungsfeld bilden, weil der Gesetzgeber dem Auftraggeber die Verantwortung übergibt.


„Auch wenn sich durch die Digitalisierung viele neue Möglichkeiten bieten, beginnt unsere Arbeit immer mit einer Risiko-Einschätzung.“

Ryszard Dyszkiewicz,
Leiter Group IT VIG Vienna Insurance Group

Wir versuchen innovative Antworten auf die Digitalisierung zu finden, eine davon ist zum Beispiel unsere Cyber-Versicherung gegen neue Risiken und Schadensszenarien, die sich durch die Digitalisierung ergeben, die wir bereits seit 2016 über eine österreichischen VIG-Unternehmen - Wiener Städtische Versicherung den Produkt: CYBER PROTECT gezielt für heimische KMUs anbieten. Damit waren wir die Ersten am Markt, erweitern aber bewusst in kleinen Schritten weiter. In der Versicherungsbereich die neuen Services zielen nämlich sehr stark auf Individualisierung und Lokalisierung zwischen den Märkten/Ländern ab.

Auch, wenn sich durch die Digitalisierung und die rasant wachsende Verfügbarkeit von Daten viele neue Möglichkeiten bieten, beginnt Arbeit der Versicherungen immer mit einer Risiko-Einschätzung und einer Prüfung der Abdeckung. Als Versicherung kann man es sich nicht leisten, eine neue Cyber-Versicherung anzubieten, wenn das Risiko nicht richtig eingeschätzt wurde oder die Voraussetzungen nicht genau analysiert wurden. Man kann das Cyber-Versicherungsprodukt zum Beispiel nicht an Firmen verkaufen, die denken, die Versicherung würde die Firewall und andere Sicherheitsmaßnahmen ersetzen.



„Für uns ist es eine große Herausforderung, dass wir sehr rasch Anbindungen benötigen und skalieren können müssen.“

Hannes Gutmeier,
CIO conwert Immobilien Gruppe

Im Immobiliengeschäft konzentrieren wir uns auf die Ballungszentren, die großen Städte, da gibt es kaum Probleme mit der Infrastruktur, mit Bandbreiten und Latenzzeiten. Was für uns dagegen eine große Herausforderung darstellt, ist, dass wir sehr rasch Anbindungen benötigen und skalieren können müssen, wenn wir neue Bereiche zukaufen, aber ebenso um alles auch wieder auf null runterfahren zu können, wenn wir verkaufen. Um genau diese Flexibilität und Skalierbarkeit zu erreichen, sind nicht nur die technischen und organisatorischen Voraussetzungen nötig, sondern auch ein entsprechendes Vertragsmanagement. Wir gehören zwar global gesehen zu den Kleinen, sind aber ganz bewusst den Weg gegangen, mit den Großen zusammenzuarbeiten, weil wir bei den Pionieren dabei sein wollen. Unter dieser Prämisse findet man bei den großen Playern deutlich merkbar einen besseren Zugang, wenn es um Innovation und anschließend um Support geht.

„Mit unserem Mitwirken in globalen Allianzen und Partner-Netzwerken können wir unseren lokalen Kunden ein Asset liefern.“

Claus Haiden,
Vice President Telecommunications T-Systems Austria

Das Zusammenspiel aus lokalen und globalen Anforderungen ist die Idee, auf die wir uns bei neuen Ökosystemen und Allianzen ausrichten. Wir passen uns an lokale Erwartungen an, so wie in Österreich mit lokalen Technikern und mit einem Rechenzentrum vor Ort, um den Kunden näher zu sein, als man das von einem internationalen Konzern gewohnt ist. Und das kombinieren wir zum Beispiel durch unser Mitwirken in der Next Generation Enterprise Network Alliance (NGENA) mit einer weltweiten Provisioning-Plattform und einem globalen Netzwerk von Partnern mit Business Operation Centers vor Ort. Unseren Kunden können wir damit ein Asset liefern, etwa weil die Regularien, Rahmenbedingungen und auch die kulturellen Voraussetzungen weltweit so unterschiedlich und zum Teil sehr komplex sind und für viele in Eigenregie kaum zu bewältigen. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir in den jeweiligen Ländern, auch in jenen mit sehr spezifischen Rahmenbedingungen, interessanterweise mittlerweile manchmal kürzere Lieferzeiten als in Europa.

„In Europa ist enormer Bedarf für Standardisierung auf dem Telekom-Markt gegeben.“

Thomas Heyder,
Senior Vice President Sales & Service TC International T-Systems International

Die Netze sind die Basis für jede Digitalisierung. In Europa ist der Telekom-Markt allerdings sehr fragmentiert, in den USA und in China sind die Märkte viel homogener: Für über 300 Millionen beziehungsweise 1,4 Milliarden Einwohner gibt es dort jeweils ein halbes Dutzend aktive Netz-Provider, auf die 740 Millionen Europäer kommen dagegen fast 200 verschiedene aktive Netzanbieter. Wir arbeiten mit unseren Partnern daran, bis 2020 den 5G-Standard als nächste Generation des Mobilfunks weltweit einzuführen. Dadurch werden Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde und Latenzzeiten von weniger als 10 Millisekunden ermöglicht. Und mit unserer Beteiligung an der Next Generation Enterprise Network Alliance (NGENA) verfolgen wir das Ziel, der größte Software-Defined-WAN-Player zu werden. Die Allianzpartner stellen den Zugang zu den regionalen Netzen in ihren Märkten bereit, die durch die globale ngena-Plattform basierend auf Cisco Cloud- und Virtualisierungs-Technologie zu einem Weltnetz verknüpft werden. Der Nutzen eines gemeinsamen Standards liegt auf der Hand: Das globale Netz von ngena kombiniert hohe Sicherheit, Flexibilität und Qualität mit internationaler Abdeckung.

„Wir haben sehr rasche Entscheidungswege, daher benötigen wir Partner, bei denen das auch der Fall ist.“

Markus Kopecky,
CIO Schmid Industrieholding

Unsere besondere Herausforderung ist, dass sich unsere Produktionsstandorte in Europa durchwegs in der Nähe von Steinbrüchen befinden, also nicht gerade in Ballungszentren. Deshalb ist es unsere Strategie, nicht auf zentrale Applikationen zu setzen, die Anbindungen erfordern, sondern die einzelnen Standorte autark von der Zentrale zu betreiben und nur unkritische Systeme zentral zur Verfügung zu stellen. In der Konzernzentrale haben wir 17 IT-Mitarbeiter, die von 30 lokalen IT-Kollegen unterstützt werden. Daher ist die Unterstützung durch externe Partner für uns durchaus wichtig. Wir haben allerdings sehr rasche Entscheidungswege, daher benötigen wir Partner, bei denen das auch der Fall ist – das ist ein wichtiges Auswahlkriterium für uns. Die Bürokratie und der Aufwand für das Partnermanagement und das Managen von Lösungen müssen möglichst effizient gehalten sein.

„Manche Aspekte lassen sich auf unser internationales Setup gut skalieren, bei anderen gibt es immer wieder Themen etwa mit nationalen Regulativen.“

Bernd Kuntze,
CIO Haas Food Equipment

Wir sind ja ein quasi typisches Beispiel, weil wir als mittelständisches Produktionsunternehmen und Hidden Champion von Brasilien bis China Standorte betreiben. Manche Aspekte, die man als Commodity bezeichnen kann, lassen sich auf dieses internationale Setup gut skalieren, bei anderen Aspekten gibt es jedoch immer wieder Themen etwa mit nationalen Regulativen. Für den Mittelstand stellt das Thema Partnermanagement schon eine größere Herausforderung dar, weil man es sich zum Beispiel im KMU-Maschinenbau zumeist nicht leisten kann, Dinge um Millionenbeträge outzusourcen – daher muss zwangsläufig relativ viel inhouse gemanagt werden. Neben den begrenzten Ressourcen und Budgets ist es für mittelständische Unternehmen aber auch ein Problem, dass man für einen internationalen Dienstleister mit 50.000 Mitarbeitern ein doch recht kleiner Fisch ist. Da ist es manchmal nicht leicht, den richtigen Weg zu finden, wie man optimal zusammenarbeitet.

„Heutzutage werden nicht nur Finanzinstitute angegriffen, sondern, wie man bei Ransomware gesehen hat, auch Spitäler.“

Balint Ladanyi,
CMTPS Manager Business Development & Service Delivery Agfa HealthCare

Im Healthcare-Bereich sind die Security-Anforderungen besonders hoch, weil Patientendaten personenbezogene, sensible Daten sind, die man extrem schützen muss. Heutzutage werden nicht nur Finanzinstitute angegriffen, sondern, wie man bei Ransomware gesehen hat, auch Spitäler. Mobile Endgeräte zählen zu den größten Sicherheitsrisiken, mit den IOT-Geräten wird es noch schlimmer, weil sie unpersonalisiert sind, und wenn die einmal verteilt sind, dann wird es ohne zentralen Punkt sehr schwierig, diese zu managen und zu kontrollieren.

„Unsere Kunden greifen stark zunehmend mobil auf unseren Webshop zu und das mit teilweise äußerst geringen Bandbreiten.“

Christian Pfundner,
CIO Schrack Technik

Lange Zeit hatten wir die Netz-Thematik gar nicht als strategisch auf dem Radar – jedes unserer Länder organisierte sich den Internetzugang selbst, wir haben einfach eine VPN-Firewall zur Verfügung gestellt. Da waren die Anforderungen an die Connectivity allerdings längst nicht so hoch wie heute. Man hatte eine Warenwirtschaftsapplikation, die funktionieren musste, genauso wie die E-Mails. Das hat sich mittlerweile durch die Digitalisierung massiv verändert. Dabei richten wir uns nach unseren Kunden, die etwa stark zunehmend mobil auf unseren Webshop zugreifen und das mit teilweise äußerst geringen Bandbreiten. Damit werden Netzwerk und Connectivity auch für die Quality of Service und damit für das Business selbst immer wichtiger und zu einem strategischen Thema. Das Thema Geschwindigkeit gewinnt für uns an Bedeutung.

„In manchen Ländern kann es vorkommen, dass wir sechs Monate auf eine Leitungserstellung warten müssen“

Jacqueline Wild,
Head of Application Consumer Packaging and Extrusion Coating Mondi

Wenn wir eine Fabrik kaufen, dann wollen wir diese auch möglichst schnell in unser globales Netzwerk einbinden. Wir haben eine große Anzahl an globalen Applikationen im Einsatz, deren Nutzung für den jeweiligen Standort einen Wettbewerbsvorteil bedeutet, Daher haben die jeweiligen Standorte in der Regel auch selbst Interesse daran, gute Leitungen zu bekommen. Dennoch klappt das nicht immer alles hundertprozentig problemlos. In Südkorea oder Russland kann es schon vorkommen, dass man zwischen drei und sechs Monate auf eine Leittungserstellung warten müssen.